Die heimlichen Herrscher der St. Petersburger Eremitage haben vier Pfoten und Schnurrhaare

Früher regierte hier Zarin Elisabeth, heute sind über 50 Katzen die heimlichen Herrscher der Eremitage.

Stell dir einmal vor, eine Katze würde im Louvre spazieren gehen oder auf der Berliner Museumsinsel von einem Ausstellungsraum zum nächsten stolzieren. Man würde das Tier wohl sofort einfangen und in ein Tierheim verfrachten. Nicht so in der St. Petersburger Eremitage. In einem der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt gehören die Samtpfoten quasi zum Inventar.

Wie die Katzen in den Palast kamen

Angefangen hat alles um das Jahr 1745 mit der Zarin Elisabeth Petrowna Romanowa. Um der Nagetierplage im Palast Herrin zu werden, liess sie die grössten und hübschesten Katzen einfangen und nach St. Petersburg bringen. Die vierbeinigen Mäusejäger durften auch weiterhin im Palast bleiben, als Zarin Katharina II gut 30 Jahre später damit begann, die Eremitage in eine Kunstsammlung zu verwandeln.

Im Museumskeller kümmert man sich gut um die vierbeinigen Palastwächter.  

Anders, als zu Zeiten der Zarinnen, streifen die Stubentiger heute nicht mehr durch die Ausstellungsräume des Museums, sondern leben auf dem Hof und im Keller des prächtigen Palastes. Dort werden sie von Museumsmittarbeiterinnen versorgt. Für die meisten der Eremitage-Katzen war das Museum die letze Rettung, denn viele der Samtpfoten würden sonst auf der Strasse leben oder wären gar getötet worden.

Beinahe wären die vierbeinigen Museumsbewohner ausgestorben

Wenn sie schon nicht mehr in den Ausstellungsräumen leben dürfen, erobern die Samtpfoten wenigstens die Palastfassade.  

Schlimme Zeiten erlebten die Palast-Katzen auch während des Zweiten Weltkriegs. Damals wurde St. Petersburg (zu der Zeit Leningrad) während beinahe 900 Tagen belagert. Da die Bevölkerung unter extremem Hunger litt, wurden auch die Katzen der Eremitage nicht verschont und landeten im Kochtopf.

Da wo kein Besucher Zutritt hat, beginnt das Königreich der Museumskatzen. 

Nach Kriegsende dauerte es nicht lange, bis man wieder neue Stuben- oder in diesem Fall Museumstiger in die Eremitage liess. Eine gute Entscheidung, denn mittlerweile sind die Katzen bei Touristen mindestens genauso beliebt, wie die Kunstschätze des Museums. Mäuse und Ratten wagen sich übrigens schon seit Jahren nicht mehr in den Palast der Katzen.

Publiziert am 24.04.2018 / 17:40 von Mediabox Team